| Brechelbad
zu Webersberg |
Am
Anfang steht die Begriffsverwirrung.
Was ist das eigentlich, ein Brechelbad?
Und: Ist beim Besuch die Mitnahme von Handtuch und Badehose
ratsam?
Weit gefehlt!
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Das
Brechelbad ist eine Hütte mit einer gemauerten Feuerstelle,
die bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf vielen Bauernhöfen
stand – wegen des Funkenflugs mit einigem Respektabstand
zu den übrigen Gebäuden. Dort wurde der Flachs gedörrt,
also getrocknet, und danach mit so genannten Brecheln, das
sind schwere hebelartige Holzbretter, bearbeitet. Die Fasern,
die aus den Halmen quollen, wurden anschließend versponnen
und zu Leinen verarbeitet.
Gleichzeitig verwendete man das Brechelbad, das auch die Bezeichnung
„Badstub’n“ oder „Hoarstub’n“
trug, als Dampf- und Schwitzbad in der Art einer Sauna. Im
18. Jahrhundert wurde von der prüden Obrigkeit diesem
Treiben wegen Unsittlichkeit ein Ende bereitet. Und es sollte
viele Jahrzehnte dauern, bis die Brechelbäder wieder
auf den Bauernhöfen Einzug halten konnten. Danach wurden
sie nur noch zum Trocknen und Brecheln sowie zum geselligen,
aber dennoch sittlichen Beisammensein nach getaner Arbeit
benützt. In dem Namen Brechelbad sind die beiden ursprünglichen
Funktionen erhalten geblieben. |
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| Zündende
Ideen |
Bis
in den 1950er Jahren wurde auf vielen Bauernhöfen, so
auch im Flachgau, der Flachs angebaut, der danach Konkurrenz
durch die Baumwolle und die Kunstfaser bekam. Die Brechelbäder
verloren ihre Aufgabe und wurden abgerissen. Dass das Brechelbad
zu Webersberg „überlebt“ hat, ist dem Paulsepplbauern
Hans Steiner zu verdanken, der die relativ gut erhaltene Hütte
nach einer Grundzusammenlegung versetzte und revitalisierte.
Seine zündende Idee war, das Alte zu bewahren und neu
zu beleben.
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Er
errichtete 1999 ein kleines privates Museum, in dem es bäuerliches
Gerät zu bestaunen gibt und man Wissenswertes über
die Flachsverarbeitung erfährt. Schon allein die Lage
und der Blick über den Obertrumer See machen den Besuch
zu einem Erlebnis.
Auch seinen Traum, diese einzigartige Kulisse zu nützen
und das Brechelbad zu einem außergewöhnlichen Ort
für ebensolche Veranstaltungen zu machen, konnte Hans
Steiner einige Jahre verwirklichen. 2006 fanden sich „Die
Rupfern“, ein Dutzend theaterbegeisterter Laienschauspieler
unter der Regie von Franz Hillerzeder, zusammen, und spielten
einen Sommer lang das schaurig-schöne Schauspiel mit
Musik „Der Flachsteufel zu Webersberg“. Die Wiener
Autorin Elisabeth Hewson schrieb dazu den Text, der auf einer
alten Sage basiert, der Seehamer Allround-Künstler Oskar
Peter Korber die Musik. Eine von vielen Besuchern gewünschte
Wiederaufnahme ist nicht ausgeschlossen.
Im Sommer 2009 rief Hans Steiner die Veranstaltungsreihe „Bei
ins im Brechelbad“ ins Leben. Das Programm - echte Volksmusik,
gespielt vom Haunsperg-Trio, und heitere Lyrik, schalkhaft
rezitiert von Pauli Lechner - fand bei Einheimischen wie Gästen
großen Anklang. Dazu servierte der Hausherr, der auch
Mitglied der „Genusswurzler“, einer bäuerlichen
Vermarktungsinitiative in Seeham und Umgebung, ist, eine Bio-Jause.
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| Konzerte
der Spitzenklasse |
Das
Brechelbad hat sich mittlerweile auch in Musikerkreisen einen
Namen weit über Salzburg hinaus gemacht. Auf Einladung
von Claudia Karner, die die Öffentlichkeitsarbeit betreibt,
war 2007 das Kollegium Kalksburg in Webersberg zu Gast. Die
drei Ausnahmemusiker begeisterten das Publikum mit ihrer ungewohnt
schrägen Neudefinition des Wienerliedes.
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Bereits
zwei Jahre zuvor hatte im Brechelbad ein unvergessliches Konzert
stattgefunden. Das Salzburger Original Fritz Kohles, gab,
begleitet von Alexander Maurer an der Ziehharmonika, bei einem
seiner letzten Auftritte „Weingstanzl’n“
zum Besten.
Unaufdringlich, zart und poetisch war der Wiener Schmäh,
mit dem sich 2008 die Strottern in die Herzen der Zuschauer
spielten. Nicht zu Unrecht bekamen Klemens Lendl und David
Müller den „Amadeus“ als Künstler des
Jahres 2009 in der Kategorie „Jazz/World/Blues“
verliehen.
2009 ging es im Brechelbad steirisch zu, als „Aniada
a Noar“ aufgeigten. Kein Platz hätte für die
Präsentation ihres neuen Programms „Holz“
– eine Salzburg-Premiere - besser gepasst als das Brechelbad.
Darüber waren sich Musiker und Zuschauer einig.
2010 feiert das Brechelbad zu Webersberg sein zehnjähriges
Bestehen. Auf die Aktivitäten, die Hans Steiner gemeinsam
mit Claudia Karner aus diesem Anlass aushecken werden, darf
man heute schon gespannt sein.
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Brechelbad
zu Webersberg
Familie Johann Steiner
Webersberg 5, 5164 Seeham
T +43 6217 5349
M +43 664 9238721
steiner.hans@gmx.net
Anreise
| Buchbares |
Brechelstube:
bis 20 Personen (heizbar)
Brechelbad gesamt:
bis 45 Personen
Bei Schönwetter werden die Tische im Freien, bei herrlicher
Aussicht über die Trumer Seen aufgestellt.
Miete: EUR 100,00
Verpflegung:
Familie Steiner, Paulsepplbauer |
| Genusswurzler-Angebot |
Führung beim
Genusswurzler
Hans Steiner, Paulsepplbauer
Armbrustwerkstatt
Ausstellung "Vom Flachs zum Leinen" im Brechelbad
und/oder Kostproben aus der Genusswurzler-Küche inkl.
Getränk
Dauer 2 bis 3 Stunden
EUR 110,00 für die Führung
pro Gruppe
EUR 7,00 pro Person für die Genussprobe (Speck- und Käsezeltel)
und ein Getränk.
Führung Brechelbad mit Ausstellung "Vom
Flachs zum Leinen" und Armbrustwerkstatt
Dauer ca. 1 Stunde
EUR 50,00
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